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Geschrieben von: Dietl Andrea   
SUNDAY, 11 APRIL 2010 13:08

AUSBRUCH AUS DER MATRIX 

Im aktuellen Wirtschaftsmagazin brand eins (Heft 04; April 2010) liest man unter dem Titel "Ausbruch aus der Matrix" (Thomas Ramge) von vier qualifizierten, smarten und kreativen Menschen, denen einen interessanter Job, ein gutes Gehalt und Aufstiegschancen nicht (mehr) ausreichen. Diese vier Menschen prüften ihren Job auf Sinnhaftigkeit und Zufriedenheit. Allen Vieren ist weiters gemeinsam, dass nach einer intensiven Zeit der persönlichen Evaluation sich der Schritt in die Selbstständigkeit als Plan B auftat. Alle vier Protagonisten haben trotz ihres hohen Gehaltes und einer guten Position den jeweiligen Konzern  verlassen. Lt. Alexandra Borchardt (SZ; Kommentar Wirtschaft braucht Werte; Ostern 2010) gehört die Zukunft jenen Unternehmen, die sich die klügsten, kreativsten und qualifizierten Mitarbeiter am Markt sichern. Jene smarten Köpfe heuern bei Unternehmen an, die mehr bieten als ein sicheres Gehalt und Aufstiegschancen. Für z. B. die Generation Digital (heute 20-30 Jährigen, die mit Computer, Smartphone und Internet aufgewachsen sind) spielen lt. Markus Albers (brand eins "Die Eingeborenen") das Vertrauen zu den Mitarbeitern, Sinn und ein partnerschaftliches Verhältnis zur Firma eine wesentliche Rolle. Sie fragen nicht nach Dienstwagen oder Bonuspaket sondern nach Flexibilität und kreativen Arbeiten, nach einem hohen Maß an persönlicher Freiheit und einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Und sie kennen ihren Wert.

Wer heute im Unternehmen Werte etablieren möchte, muss lt. Alexandra Borchardt dies ebenso planen wie ein Budget oder einen Markteintritt. Wenn sich ein Unternehmen vornimmt, im nächsten Jahr seinen Gewinn um einen bestimmten Prozentsatz zu erhöhen, ein entsprechendes Budget in Marktforschung und Marketing zu investieren um ein konkretes Plus an Nächtigungen zu erzielen, empfindet das jeder als selbstverständlich. Ein Manager, der auf diese Planung verzichtet, gilt als fahrlässig. Setzt er sich zum Ziel, die weichen Faktoren zu erhöhen (wie soziale Verantwortung) trägt dies für viele nicht zur eigentlichen Aufgabe des Unternehmens bei. Bei nachhaltigen Faktoren geht es nicht um Erfolge, die sich am Ende der Saison in einem höheren GOP, -Bettenauslastung und -Deviseneinnahmen widerspiegeln. Ob ein Unternehmen in Zukunft überleben wird hängt für Alexandra Borchardt inbesondere von den Führungsteams ab. Sie sollten die Besten und Qualifiziertesten finden können. Sie sollten zuhören können. Sie sollten Menschen mögen. Und je mehr Vielfalt (Geschlechter, Ausländer, Kulturen) in den Führungsteams herrscht, desto mehr Ideen und Temperamente fließen ein. Und gute Ideen und Temperamente braucht die Wirtschaft schon heute.